Warum gibt man sich nicht einfach zufrieden mit dem, was geschafft ist? Warum beginnt anschließend immer auch die pingelige Suche nach Fehlern im neu aufgelegten Buch: mit dem Lineal werden die Abstände zwischen Textblock und Seitenrand nachgemessen, nur um entsetzt festzustellen: da fehlen 1,5 mm. Warum erscheint einem die Schrift plötzlich zu klein, die Sätze zu profan oder zu gebaut, das Foto etwas unglücklich gewählt, zu hell, zu dunkel, zu scharf, zu unscharf … ? Warum ist man so oft mit dem unzufrieden, was man erreicht hat und glaubt, es immer noch besser hätte machen können? Während die Leser – von all den pingelig aufgespürten Unzulänglichkeiten kaltgelassen – sich vielleicht einfach nur freuen, ein gutes Buch gekauft zu haben.
Vielleicht, weil diese ewige Unzufriedenheit das Einzige ist, was einen treibt, einfach das nächste Buch zu beginnen …